Montag, 21. Dezember 2015

Landsknecht Hemd

Und weiter gehts!
Vor einiger Zeit habe ich hier schon einmal eine Landsknecht Gewandung gezeigt, die ich genäht habe.  Nun folgt das passende Hemd.

Im Larp tragen viele dazu ein "Standart Mittelalter Hemd", aber mein Auftraggeber, wollte etwas anderes:
Ein Hemd mit einem Renaissance Kragen/ gesmoktem Kragen.

Für mich hieß es viel Handarbeit.
Ein gesmokter Kragen besteht im Grunde nur aus vielen kleinen Falten. Allerdings benötigte es einige Vorarbeit, damit diese auch gleichmßig werden. Oder anders ausgedrückt: Ich bin bestimmt eine Stunde auf dem Fußboden rumgekrochen allein um in gleichmäßigen Abständen Punkte auf die obere Stoffkante zu zeichnen.
Im Anschluss folgte viel Heften, um die Falten zu bilden und zum Schluss bekam der Kragen noch zwei Ziernähte rundherum. Dabei sind immer versetzt 2 Falten zusammengenäht, sodass ein Wabenmuster entsteht und der Kragen die nötige Elastizität bekommt, die man vom heutigen Smoken mit elastischem Garn kennt.


Das Hemd hat Raglan-Ärmel und die pludrigen Ärmel sind am Handgelenk zu einem Bündchen zusammengefasst.
Verbraucht habe ich für das Hemd 3 Meter weich fallenden Leinen.

Das Hemd hat mich dabei wieder auf einen Wunsch gebracht, den ich schon lange hege.
Ein Mühlsteinkragen sollte schon lange her und das Prinzip der Herstellung ähnelt ja ohnehin diesem Kragen. Ich weiß jetzt also immerhin schon einmal worauf ich dabei achten müsste.
Mit ein bisschen Glück finde ich auch bald das passende Material für einen Versuch.

Freitag, 27. November 2015

Chenille-Kissen (Anleitung)

Ab und zu packt es einen und man muss unbedingt mal etwas neues ausprobieren.
In meinem Fall war der Anstoß dazu ein Bild , das ich irgendwo gesehen habe. Nach einiger Recherche ergab sich, dass es sich bei der verwendeten Technik um die Chenille-Technik handelt.

So sieht das dabei entstandene Kissen aus, das ein Geburtstagsgeschenk für eine Freundin wird. Die Optik wird durch die vielen durschnittenen Stoffschichten wunderbar durchbrochen und die Haptik finde ich großartig. Es ist herrlich weich, aber hat dabei eine interessante Griffigkeit.


Und wie wird so ein Kissen (oder was man sonst mit der Technik machen will) nun gemnacht??

Schritt 1:
Das Schnittteil wird 4 Mal aus den verschiedenen Stoffen ausgeschnitten. Am besten eignen sich hierbei Baumwollstoffe. Zusätzlich wird es auch noch einmal aus Volumenvlies benötigt. (Auf dem Bild ist letzteres natürlich nicht zu sehen.)

Materialien

Schritt 2:
Das Volumenvlies ganz unten und die vier Stofflagen darüber werden an den Rändern zusammengesteppt, sodass später nichts verrutschen kann.
Denn jetzt werden viele parallele Linien abgesteppt. Dabei kann man im Winkel und Abstand je nach gewünschten Effekt variieren. In meinem Fall waren es etwa 30° zur oberen Kante und ein nähfüßchenbreiter Abstand.

Absteppen der Linien

Schritt 3:
Jetzt kommen wir zum spaßigen Teil.
Der Stoff darf mittig zwischen den abgesteppten Linien zerschnitten werden. Dabei dürfen jedoch nur die obersten 3 Stofflagen durchgeschnitten werden, sodass die 4. Lage das Volumenvlies noch bedeckt.
Mit einer Schere werden die Kanten sehr ordentlich. Wenn man es lieber etwas wilder haben möchte, kann man zum Beispiel einen Nahttrenner benutzen.
Durch Waschen kann der ausgefranste Effekt im Nachhinein natürlich noch verstärkt werden.

Zerschneiden
Schritt 4:
Die Schnittteile wie gewohnt weiterverarbeiten,
Bei mir ist es ein Kissen geworden, Ich kann es mir aber auch gut als Teile von Patchwork Decken,Taschen oder kleineren Goodies wie Kosmetiktäschchen und Federtaschen vorstellen.


Im Grunde ist die Technik ja relativ nah verwandt mit einem Rag-Quilt. Der steht ohnehin auch schon länger auf meiner Liste und wird jetzt wahrscheinlich auch bald ausprobiert. Ich habe gerade irgendwie ein Herz für offene Kanten. :)



Freitag, 20. November 2015

Winter Rock 'n' Roll

Es ist kein Geheimnis!
Ich mag die 50er Jahr und da neben der Musik vor allem auch die wundervoll weibliche Kleidung.
Wo es draußen jetzt langsam kälter wird, musste auch mal ein Winterkleid her.
(Winterkleidung ist ohnehin Mangelware in meinem Kleiderschrank mit nur 2 langärmligen Oberteilen.)

Der Stoff war schnell ausgesucht. Ein rot-schwarz karierter Wollstoff mit eingewebten Glitzerfäden. Er tristete schon ein längeres Dasein in meinem Stoffschrank, nachdem ich ihn einmal von einer Freundin meiner Mutter geschenkt bekommen habe. Irgendwie hatte das Geglitzer, auch wenn es relativ dezent ist, mich immer abgeschreckt. Ich bin eben nicht der glitzernde Typ.
"Aber zu einem Winterkleid ist der Stoff passend, auch wenn es nur ein Weihnachtskleid wird", Habe ich zu mir gesagt, um einen Grund zu finden, mich an die Nähmaschine zu setzen.

Für das Oberteil habe ich den Schnitt 125 aus der Burda 05/2011 genommen und dieses etwas in der Weite und an den Ärmeln angepasst. Dazu habe ich einen Rock in vielen kleinen Falten angesetzt und fertig!
Okay.. ein bisschen mehr Arbeit war es dann doch noch.
Damit das Kleid nicht anfängt zu kratzen und ich das Kleid nicht nur von Außen sondern auch von Innen schön ist, habe ich das Oberteil mit einem leichten Baumwollstoff in Schwarz gefüttert. Bevor also der nahtverdeckte Reißverschluss eingesetzt wurde, durfte ich noch das Futter mit vielen kleinen Handstichen einnähen.
Inzwischen nähe ich sogar sehr gerne Futter mit der Hand ein. Dabei bekommt man ein gutes Gefühl für sein Kleidungsstück und außerdem freut man sich im Nachhinein auch, weil es einfach ordentlicher aussieht. Mit ein bisschen Übung geht es eigentlich auch ganz flott.


Donnerstag, 29. Oktober 2015

Imperialer Soldat!

Von meinem Trossweib habe ich ja schon berichtet, aber da sie nicht die einzige Hochländerin ist, hat mich mein Bekannter M. vor 3 Wochen gebeten ihm ebenfalls eine Gewandung für einen imperialen Soldaten aus dem Hochland anzufertigen.

Der Entwurf war relativ fix gezeichnet und mangels Buntstifte sah ich mich das erste mal dazu gezwungen, die Zeichnung im nachhinein am Laptop zu colorieren. Ich finde es ist sogar gar nicht soo schlecht geworden für den ersten Versuch.
Entwurf Hochländer
Eine Woche nach dem Entwurf hatte ich alle Stoffe beisammen, sprich mehrere Meter Walkloden und Leinen. Das Zeitlimit war bis kurz vor Halloween gesetzt, da M. sie bis dahin tragen wollte.
Die Schnitte waren schon ausgesucht und Schnittmuster gezeichnet, sodass ich gleich anfangen konnte.

Bundhaube und Barett waren schnell erledigt. Nur die Verstärkung für das Barett aus verleimtem Filz und Leinen hat etwas Zeit zum trocknen gebraucht. Die Bundhaube ist aus weißem Leinen und das Barett aus Walkloden mit gelben Leinen gefüttert und dem zweischweifigen Kometen aus weißem Filz verziert. Das Barett ist nach der Anleitung von Lapping Rotte gearbeitet.


Fehlten noch Hose und Wams, die wesentlich mehr Arbeit gemacht haben.
Beim Wams waren besonders an den Ärmeln viele kleine Handnähte nötig, aber bei einem guten Film ist so etwas ganz gut zu erledigen. Das Schlitzen geht bei dem Walkloden zum Glück problemlos, solange man sich nicht extrem verschneidet, und das imperiale Kreuz war auch schnell ausgeschnitten und aufgenäht. (Schnitt Wams)

Bei der Hose stand ich zuerst vor dem Problem wie ich das Bein mit den gewünschten Rauten umsetzen sollte. Einzelne Rauten aneinander zu nähen, wäre sehr viel Aufwand gewesen und in der kurzen Zeit wohl nicht umsetzbar gewesen. 
Zum Glück hatte ich aber bei Typhoeus auf seinem Blog Fuck Yeah Basteln! eine andere Methode gesehen, die ich sofort ausprobiert habe. Dabei erzeugt man die Rauten Optik durch das Verweben mehrerer Stoffstreifen. Das erzeugt auch eine etwas zerfetztere Optik, die ohnehin gut zum imperialen Soldaten passt. Gefüttert ist die Hose, wie auch das Wams, komplett mit weißem Leinen. (Schnitt Hose)
                                                          

Um Hose und Wams zu verbinden, zu schließen und den Schambeutel anzubringen, habe ich Nestelschnüre verwendet. Dafür mussten erstmal viele viele Nestellöcher genäht werden, aber das hat meine Nähmaschine zum Glück ganz gut erledigt.
Dazu gab es einen Satz Nestelschnüre.Ich glaube, bestehend aus 10 Stück. Ich habe sie alle in der Fingerloop Technik aus Baumwollgarn teils mit 5 teils mit 7 Schnüren gefertigt. Diese wurden alle noch mit silbernen Nestelspitzen versehen.
Und fertig ist der Hochländer!


Montag, 12. Oktober 2015

Willst du meine Knappin sein?

.. So ungefähr fing das Verderben an.

Ich -normalerweise mit Leib und Seele dem Frühmittelalter verschworen- habe mich überreden lasse. Und so wurde meine Knappin Marianna von (der Name muss noch erst gefunden werden) zum Leben erweckt. Mein Ritter Sterrenberg setzt seine Kleidung im Übergang von Ho- zu SpäMi an, ich habe mich einfach ganz für die hochmittelalterliche Variante entschieden.


Angefangen wurde mit dem Untendrunter. Da ein Knappe normalerweise männlich ist, muss natürlich auch männliche Kleidung her : Eine Bruche und ein einfaches Leibhemd aus Leinen.


Die Erkenntnis: Eine Bruche gehört eindeutig zu den unattraktivsten Kleidungsstücken, die es gibt.
(Auch wenn einen hübschen Menschen natürlich nichts entstellt ^^)
Außerdem fühl es sich an, als ob man eine Windel tragen würde.



Oben drüber wird eine Cotte getragen. Sie ist Rot, wie unsere Wappenfarbe.

Der Wollstoff war ein 1,5m Coupon, den ich auf dem Stoffmarkt in Dortmund ergattert habe und er ist herrlich kuschlig. Für die Cotte habe ich ihn restlos verbraucht und dabei sogar sowohl Geren in der Seite als auch Geren vorne und hinten in der Mitte aus dem begrenzten Stoff gekitzelt.
Die Ärmel sollen am Unterarm geknöpft werden, damit sie schön hauteng anliegen.
Dafür muss ich aber erst noch mindestens 12 Stoffknöpfe nähen, annähen und die zugehörigen Knopflöcher sticken.
Da habe ich ja sooooo lust drauf..
Damit die Ärmel aber auch offen getragen werden können, sind sie mit Leinen gefüttert.
Der Ausschnitt ist mit einem Beleg verarbeitet und wie der Saum per Hand genäht.


Montag, 5. Oktober 2015

Von der Angst vor dem Futter und falschen Snaps

Da sitzt man im Zug,hat eine 3 Stunden Fahrt nach Hause vor sich und was fällt einem plötzlich auf?
Plötzlich hat man ja gar keine Jacke mehr dabei.
Die ist dann wohl bei seinen Freunden liegen geblieben und man hat zuhause keine Ersatzjacke mehr.

Mir würde sowas natürlich nieeeemals passieren. (Nur ein ganz kleines bisschen vielleicht)
Aber zufälliger Weise hatte ich ein paar Tage vorher in einer Burda ohnehin einen Jackenschnitt gefunden, den ich gerne Umsetzen wollte.
Es sollte eine Blouson-Jacke werden. Gut zu den Tellerröcken und Kleidern mit taillierten Röcken zu tragen, sollte sie sein.
Der Schnitt stammt aus der Burda 10/2015 und ist aus verschiedenen Blouson Jacken zusammen gebastelt.
Die Länge habe ich bis zur Taille eingekürzt und unten und an den Ärmeln Jersey-Bündchen ergänzt.

Der Stoff stand sofort fest. Ein hübscher grauer Wollstoff in Köperbindung und dazu schwarzes Bündchen.


 Damit nichts kratzt und es auch von Innen schön ist, gab es als Futter einen Satin-Futterstoff, der wahrscheinlich ein Rest von einem Ballkleid war. Zum Glück hat er gerade so noch für die Jacke gereicht.
Vor einem Futter graust es mir ja manchmal, besonders bei Jacken, wo man es auch sieht und es dementsprechend gut aussehen soll.
Ich glaube, bei sowas unterschätze ich mich gerne, das Einnähen hat nämlich super und ohne Probleme geklappt.


Ein kleines Hindernis gab es dann aber doch noch.
Klein trifft es ganz gut, denn es hatte die Größe eines Knopfes.
In meiner chaotischen Arbeitsweise habe ich es geschafft, einen Snap auf der Vorderseite falsch herum anzubringen.
Google sagte: Den Snap an der Seite mit der Zange zusammendrücken, sodass er raus springt.
Da ich aber Prym-Snaps mit einer Vario-Zange nutze, hat das leider nicht ganz so gut funktioniert. Nach etwas Rumprobieren konnte ich den Snap dann mit einer Schere lösen, wobei der Stoff zum Glück halbwegs unbeschädigt geblieben ist.


Damit war die Jacke dann auch an einem Abend geschafft und ich hatte eine Ausrede nicht für die ansetehenden Klausuren lernen zu müssen.




Dienstag, 22. September 2015

Ein kleiner Neuanfang

Nanu?
Dein Blog entwickelt sich!
Er wurde zu Fräulein Nadelstich!

Für mehr Struktur und eine neue Linie musste endlich mal etwas Neues her,
was von dem Alten nicht viel übrig gelassen hat.

Fräulein Luisè Nadelstich, ihres Zeichens Näherin aus Hergig, gehört eigentlich ins Warhammer-Imperium und ist einer meiner Larp-Charaktere. 
Aber Inspriation lässt sich eben nicht auf einen Bereich beschränken und so machte Fräulein Nadelstich sich auf die Reise auch die Welt der Mode,Stoffe und Kreativität außerhalb ihrer Heimat und in neuen Zeiten kennen zu lernen.

by Emmerax
by Lex
                                         

Wo Luisè schon ausschlaggebend für die Neuerung war, darf sie natürlich auch den ersten Post mit Leben füllen.
Die beiden Bilder sind auf dem Epic Empire 2015 aufgenommen, wo Fräulein Nadelstich ihren ersten größeren Auftritt hatte.
Eine Frau von Imperium kupfert natürlich nicht einfach gängige Landsknechtmode ab. Als Näherin darf man ja auch ein wenig innovativer unterwegs sein.
Und so suchte Luisè sich ihre Inspiration ein wenig im Rokoko.

Es begann mit der Bergerè, einem sehr flachen, meist aus Stroh gefertigtem Hut mit breiter Krempe. Mein Exemplar habe ich selber aus vorgeflochtenem Strohband genäht und anschließend mit heißem Wasser geformt und mit Pfauenfedern, Bändern und Zinnabzeichen dekoriert. Gehalten wird der Hut durch ein Paar Hutnadeln welche an einer Haube befestigt werden.

Natürlich kann eine anständige Frau, wie Fräulein Nadelstich es ist, nicht nur mit einem Hut bekleidet durch die Welt spazieren. Um ihre Blöße zu bedecken und nebenbei noch recht modisch auszusehen, hat sie sich für ihre kurze Zeit schon eine recht vielfältige Wechselgarderobe zusammen genäht. Aber da diese erst einmal ansehnlich auf Bildern festgehalten werden möchte, ist sie hier noch nicht zu finden.
(Außerdem habe ich da Gefühl sie ziert sich ein wenig, auch ihr Untergewand der Öffentlichkeit Preis zu geben, aber mit ein wenig Überredungskunst und vielleicht einem hübschen Fingerhut als Geschenk, wird sie etwas gefügiger werden)

Donnerstag, 27. August 2015

Eine Tunika.. und noch eine.. und noch eine

Hallöchen,

Die Großcons sind alle vorbei, die Sachen liegen natürlich immer noch alle überall verstreut in der Wohnung und wollen einfach nicht eingepackt werden.


Im Vorfeld hatte ich ja noch einiges zu nähen und davon zeige ich jetzt mal ein paar Bilder.



Die beiden Tuniken sind für einen Freund aus meiner Wikinger-Larp Truppe. Entstanden sind beide aus einem schönen weichen Leinen, perfekt für den Sommer. Alle sichtbaren Nähte sind per Hand verarbeitet und teilweise mit Ziernähten versehen. Die beiden Tuniken lassen sich auch super übereinander tragen, sollte es doch mal ein bisschen kühler werden.


Wo ich schon einmal bei den Wikinger-Tuniken war, habe ich gleich noch eine gemacht. Diesmal war es als Geschenk gedacht. Glücklicherweise hatte ich von dem Kleid für die Hochzeit vergangenen Winter noch teilweise Maße und fehlende habe ich einfach (zum Glück sehr passend) geschätzt. Außerdem durfte ich diesmal noch eine meiner selbstgewebten Borten an den Ärmeln anbringen. Wie auch sonst sind alle sichtbaren Nähte per Hand germacht.

                            

Zu guter Letzt für heue gibt es noch eine Tunika, diesmal für einen orientalischen Charakter. Dementsprechend hat die Tunika einen kleinen Stechkragen mit leichtem V-Ausschnitt und viele Verzierungen aus orientalisch wirkender Borte.
Obwohl ich ja eigentlich gar kein Fan von maschinell hergestellten Borten bin, finde ich diese doch sehr hübsch. Für den kleinen Rest dieser Borte werde ich hoffentlich auch noch eine schöne Bestimmung finden.