Donnerstag, 29. Oktober 2015

Imperialer Soldat!

Von meinem Trossweib habe ich ja schon berichtet, aber da sie nicht die einzige Hochländerin ist, hat mich mein Bekannter M. vor 3 Wochen gebeten ihm ebenfalls eine Gewandung für einen imperialen Soldaten aus dem Hochland anzufertigen.

Der Entwurf war relativ fix gezeichnet und mangels Buntstifte sah ich mich das erste mal dazu gezwungen, die Zeichnung im nachhinein am Laptop zu colorieren. Ich finde es ist sogar gar nicht soo schlecht geworden für den ersten Versuch.
Entwurf Hochländer
Eine Woche nach dem Entwurf hatte ich alle Stoffe beisammen, sprich mehrere Meter Walkloden und Leinen. Das Zeitlimit war bis kurz vor Halloween gesetzt, da M. sie bis dahin tragen wollte.
Die Schnitte waren schon ausgesucht und Schnittmuster gezeichnet, sodass ich gleich anfangen konnte.

Bundhaube und Barett waren schnell erledigt. Nur die Verstärkung für das Barett aus verleimtem Filz und Leinen hat etwas Zeit zum trocknen gebraucht. Die Bundhaube ist aus weißem Leinen und das Barett aus Walkloden mit gelben Leinen gefüttert und dem zweischweifigen Kometen aus weißem Filz verziert. Das Barett ist nach der Anleitung von Lapping Rotte gearbeitet.


Fehlten noch Hose und Wams, die wesentlich mehr Arbeit gemacht haben.
Beim Wams waren besonders an den Ärmeln viele kleine Handnähte nötig, aber bei einem guten Film ist so etwas ganz gut zu erledigen. Das Schlitzen geht bei dem Walkloden zum Glück problemlos, solange man sich nicht extrem verschneidet, und das imperiale Kreuz war auch schnell ausgeschnitten und aufgenäht. (Schnitt Wams)

Bei der Hose stand ich zuerst vor dem Problem wie ich das Bein mit den gewünschten Rauten umsetzen sollte. Einzelne Rauten aneinander zu nähen, wäre sehr viel Aufwand gewesen und in der kurzen Zeit wohl nicht umsetzbar gewesen. 
Zum Glück hatte ich aber bei Typhoeus auf seinem Blog Fuck Yeah Basteln! eine andere Methode gesehen, die ich sofort ausprobiert habe. Dabei erzeugt man die Rauten Optik durch das Verweben mehrerer Stoffstreifen. Das erzeugt auch eine etwas zerfetztere Optik, die ohnehin gut zum imperialen Soldaten passt. Gefüttert ist die Hose, wie auch das Wams, komplett mit weißem Leinen. (Schnitt Hose)
                                                          

Um Hose und Wams zu verbinden, zu schließen und den Schambeutel anzubringen, habe ich Nestelschnüre verwendet. Dafür mussten erstmal viele viele Nestellöcher genäht werden, aber das hat meine Nähmaschine zum Glück ganz gut erledigt.
Dazu gab es einen Satz Nestelschnüre.Ich glaube, bestehend aus 10 Stück. Ich habe sie alle in der Fingerloop Technik aus Baumwollgarn teils mit 5 teils mit 7 Schnüren gefertigt. Diese wurden alle noch mit silbernen Nestelspitzen versehen.
Und fertig ist der Hochländer!


Montag, 12. Oktober 2015

Willst du meine Knappin sein?

.. So ungefähr fing das Verderben an.

Ich -normalerweise mit Leib und Seele dem Frühmittelalter verschworen- habe mich überreden lasse. Und so wurde meine Knappin Marianna von (der Name muss noch erst gefunden werden) zum Leben erweckt. Mein Ritter Sterrenberg setzt seine Kleidung im Übergang von Ho- zu SpäMi an, ich habe mich einfach ganz für die hochmittelalterliche Variante entschieden.


Angefangen wurde mit dem Untendrunter. Da ein Knappe normalerweise männlich ist, muss natürlich auch männliche Kleidung her : Eine Bruche und ein einfaches Leibhemd aus Leinen.


Die Erkenntnis: Eine Bruche gehört eindeutig zu den unattraktivsten Kleidungsstücken, die es gibt.
(Auch wenn einen hübschen Menschen natürlich nichts entstellt ^^)
Außerdem fühl es sich an, als ob man eine Windel tragen würde.



Oben drüber wird eine Cotte getragen. Sie ist Rot, wie unsere Wappenfarbe.

Der Wollstoff war ein 1,5m Coupon, den ich auf dem Stoffmarkt in Dortmund ergattert habe und er ist herrlich kuschlig. Für die Cotte habe ich ihn restlos verbraucht und dabei sogar sowohl Geren in der Seite als auch Geren vorne und hinten in der Mitte aus dem begrenzten Stoff gekitzelt.
Die Ärmel sollen am Unterarm geknöpft werden, damit sie schön hauteng anliegen.
Dafür muss ich aber erst noch mindestens 12 Stoffknöpfe nähen, annähen und die zugehörigen Knopflöcher sticken.
Da habe ich ja sooooo lust drauf..
Damit die Ärmel aber auch offen getragen werden können, sind sie mit Leinen gefüttert.
Der Ausschnitt ist mit einem Beleg verarbeitet und wie der Saum per Hand genäht.


Montag, 5. Oktober 2015

Von der Angst vor dem Futter und falschen Snaps

Da sitzt man im Zug,hat eine 3 Stunden Fahrt nach Hause vor sich und was fällt einem plötzlich auf?
Plötzlich hat man ja gar keine Jacke mehr dabei.
Die ist dann wohl bei seinen Freunden liegen geblieben und man hat zuhause keine Ersatzjacke mehr.

Mir würde sowas natürlich nieeeemals passieren. (Nur ein ganz kleines bisschen vielleicht)
Aber zufälliger Weise hatte ich ein paar Tage vorher in einer Burda ohnehin einen Jackenschnitt gefunden, den ich gerne Umsetzen wollte.
Es sollte eine Blouson-Jacke werden. Gut zu den Tellerröcken und Kleidern mit taillierten Röcken zu tragen, sollte sie sein.
Der Schnitt stammt aus der Burda 10/2015 und ist aus verschiedenen Blouson Jacken zusammen gebastelt.
Die Länge habe ich bis zur Taille eingekürzt und unten und an den Ärmeln Jersey-Bündchen ergänzt.

Der Stoff stand sofort fest. Ein hübscher grauer Wollstoff in Köperbindung und dazu schwarzes Bündchen.


 Damit nichts kratzt und es auch von Innen schön ist, gab es als Futter einen Satin-Futterstoff, der wahrscheinlich ein Rest von einem Ballkleid war. Zum Glück hat er gerade so noch für die Jacke gereicht.
Vor einem Futter graust es mir ja manchmal, besonders bei Jacken, wo man es auch sieht und es dementsprechend gut aussehen soll.
Ich glaube, bei sowas unterschätze ich mich gerne, das Einnähen hat nämlich super und ohne Probleme geklappt.


Ein kleines Hindernis gab es dann aber doch noch.
Klein trifft es ganz gut, denn es hatte die Größe eines Knopfes.
In meiner chaotischen Arbeitsweise habe ich es geschafft, einen Snap auf der Vorderseite falsch herum anzubringen.
Google sagte: Den Snap an der Seite mit der Zange zusammendrücken, sodass er raus springt.
Da ich aber Prym-Snaps mit einer Vario-Zange nutze, hat das leider nicht ganz so gut funktioniert. Nach etwas Rumprobieren konnte ich den Snap dann mit einer Schere lösen, wobei der Stoff zum Glück halbwegs unbeschädigt geblieben ist.


Damit war die Jacke dann auch an einem Abend geschafft und ich hatte eine Ausrede nicht für die ansetehenden Klausuren lernen zu müssen.