Freitag, 27. November 2015

Chenille-Kissen (Anleitung)

Ab und zu packt es einen und man muss unbedingt mal etwas neues ausprobieren.
In meinem Fall war der Anstoß dazu ein Bild , das ich irgendwo gesehen habe. Nach einiger Recherche ergab sich, dass es sich bei der verwendeten Technik um die Chenille-Technik handelt.

So sieht das dabei entstandene Kissen aus, das ein Geburtstagsgeschenk für eine Freundin wird. Die Optik wird durch die vielen durschnittenen Stoffschichten wunderbar durchbrochen und die Haptik finde ich großartig. Es ist herrlich weich, aber hat dabei eine interessante Griffigkeit.


Und wie wird so ein Kissen (oder was man sonst mit der Technik machen will) nun gemnacht??

Schritt 1:
Das Schnittteil wird 4 Mal aus den verschiedenen Stoffen ausgeschnitten. Am besten eignen sich hierbei Baumwollstoffe. Zusätzlich wird es auch noch einmal aus Volumenvlies benötigt. (Auf dem Bild ist letzteres natürlich nicht zu sehen.)

Materialien

Schritt 2:
Das Volumenvlies ganz unten und die vier Stofflagen darüber werden an den Rändern zusammengesteppt, sodass später nichts verrutschen kann.
Denn jetzt werden viele parallele Linien abgesteppt. Dabei kann man im Winkel und Abstand je nach gewünschten Effekt variieren. In meinem Fall waren es etwa 30° zur oberen Kante und ein nähfüßchenbreiter Abstand.

Absteppen der Linien

Schritt 3:
Jetzt kommen wir zum spaßigen Teil.
Der Stoff darf mittig zwischen den abgesteppten Linien zerschnitten werden. Dabei dürfen jedoch nur die obersten 3 Stofflagen durchgeschnitten werden, sodass die 4. Lage das Volumenvlies noch bedeckt.
Mit einer Schere werden die Kanten sehr ordentlich. Wenn man es lieber etwas wilder haben möchte, kann man zum Beispiel einen Nahttrenner benutzen.
Durch Waschen kann der ausgefranste Effekt im Nachhinein natürlich noch verstärkt werden.

Zerschneiden
Schritt 4:
Die Schnittteile wie gewohnt weiterverarbeiten,
Bei mir ist es ein Kissen geworden, Ich kann es mir aber auch gut als Teile von Patchwork Decken,Taschen oder kleineren Goodies wie Kosmetiktäschchen und Federtaschen vorstellen.


Im Grunde ist die Technik ja relativ nah verwandt mit einem Rag-Quilt. Der steht ohnehin auch schon länger auf meiner Liste und wird jetzt wahrscheinlich auch bald ausprobiert. Ich habe gerade irgendwie ein Herz für offene Kanten. :)



Freitag, 20. November 2015

Winter Rock 'n' Roll

Es ist kein Geheimnis!
Ich mag die 50er Jahr und da neben der Musik vor allem auch die wundervoll weibliche Kleidung.
Wo es draußen jetzt langsam kälter wird, musste auch mal ein Winterkleid her.
(Winterkleidung ist ohnehin Mangelware in meinem Kleiderschrank mit nur 2 langärmligen Oberteilen.)

Der Stoff war schnell ausgesucht. Ein rot-schwarz karierter Wollstoff mit eingewebten Glitzerfäden. Er tristete schon ein längeres Dasein in meinem Stoffschrank, nachdem ich ihn einmal von einer Freundin meiner Mutter geschenkt bekommen habe. Irgendwie hatte das Geglitzer, auch wenn es relativ dezent ist, mich immer abgeschreckt. Ich bin eben nicht der glitzernde Typ.
"Aber zu einem Winterkleid ist der Stoff passend, auch wenn es nur ein Weihnachtskleid wird", Habe ich zu mir gesagt, um einen Grund zu finden, mich an die Nähmaschine zu setzen.

Für das Oberteil habe ich den Schnitt 125 aus der Burda 05/2011 genommen und dieses etwas in der Weite und an den Ärmeln angepasst. Dazu habe ich einen Rock in vielen kleinen Falten angesetzt und fertig!
Okay.. ein bisschen mehr Arbeit war es dann doch noch.
Damit das Kleid nicht anfängt zu kratzen und ich das Kleid nicht nur von Außen sondern auch von Innen schön ist, habe ich das Oberteil mit einem leichten Baumwollstoff in Schwarz gefüttert. Bevor also der nahtverdeckte Reißverschluss eingesetzt wurde, durfte ich noch das Futter mit vielen kleinen Handstichen einnähen.
Inzwischen nähe ich sogar sehr gerne Futter mit der Hand ein. Dabei bekommt man ein gutes Gefühl für sein Kleidungsstück und außerdem freut man sich im Nachhinein auch, weil es einfach ordentlicher aussieht. Mit ein bisschen Übung geht es eigentlich auch ganz flott.